Für Feuerwehrleute gehören belastende Einsätze zum Alltag – Unfälle, Brände, der Tod von Menschen und manchmal auch von Kameraden. Was diese Erlebnisse mit den Einsatzkräften machen, bleibt oft unsichtbar. Umso wichtiger ist es, dass gut ausgebildete Ansprechpartner innerhalb der eigenen Reihen zur Verfügung stehen. Genau diese Aufgabe übernimmt ab sofort Kamerad Marco Langer, der seine Ausbildung zum PSU-Assistenten erfolgreich abgeschlossen hat. Gemeinsam leitet Marco das PSU-Team der Feuerwehr Stadt Petershagen mit Dennis Rohs zusammen.
Was ist ein PSU-Assistent?
PSU steht für Psychosoziale Unterstützung der Einsatzkräfte. Als sogenannter „Peer” – also eine speziell ausgebildete Einsatzkraft aus den eigenen Reihen – steht Marco Langer künftig seinen Kameradinnen und Kameraden als Ansprechpartner zur Seite. Seine Aufgaben sind vielfältig: Er wirkt präventiv, indem er im Ausbildungs- und Dienstbetrieb auf psychische Belastungen aufmerksam macht und Hilfsangebote vorstellt. Im Einsatz kann er bei Bedarf die Einsatzleitung beraten und betroffene Einsatzkräfte unmittelbar unterstützen. Nach besonders belastenden Einsätzen bietet er strukturierte Gruppen- und Einzelgespräche an, in denen das Erlebte verarbeitet werden kann. Darüber hinaus steht er im Dienstalltag als sozialer Ansprechpartner zur Verfügung.
Die Ausbildung
Die Ausbildung erfolgte nach dem Curriculum „PSU-Assistentin / PSU-Assistent” der Feuerwehren Nordrhein-Westfalen, erarbeitet vom gemeinsamen Arbeitskreis/Fachausschuss PSU/PSNV der Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren NRW (AGBF NRW) und des Verbands der Feuerwehren NRW (VdF NRW). Ausbildungsort war die Feuerwehrschule Minden.
Die Ausbildung erstreckte sich über sechs aufeinander aufbauende Wochenendmodule mit insgesamt 105 Stunden.
Jedes Modul beleuchtete einen eigenen thematischen Schwerpunkt:
- Modul 1 – Kommunikation und Gesprächsführung: Grundlagen der Kommunikation, Phasen eines helfenden Gesprächs sowie rechtliche Grundlagen der PSU-Arbeit.
- Modul 2 – Stress im Einsatzdienst und Einzel-Kurz-Krisenintervention: Stressoren im Feuerwehrdienst, psychisches Trauma und die praktische Durchführung von Kriseninterventionsgesprächen.
- Modul 3 – Psychologie, psychische Störungen und Psychotherapie: Einordnung psychischer Erkrankungen, häufige Störungsbilder, Umgang mit Suchterkrankungen sowie Möglichkeiten der Weitervermittlung in professionelle Beratung und Therapie.
- Modul 4 – Helfersyndrom, Psychohygiene, Burnout und Entspannungstechniken: Eigene Grenzen erkennen, Burnout-Prophylaxe und persönliche Psychohygiene als Grundlage für nachhaltige PSU-Arbeit.
- Modul 5 – Leiden, Sterben, Tod und Trauer: Umgang mit den schwierigsten Themen des Feuerwehrdienstes – einschließlich des Todes von Kameraden, Trauerprozessen und Suizid, unter Berücksichtigung kultureller und religiöser Aspekte.
- Modul 6 – Zielgruppenorientiertes Vorgehen bei Einzel- und Gruppengesprächen: Praktische Durchführung strukturierter Gruppen- und Einzelgespräche – der Abschluss der Ausbildung, auf den alle vorangegangenen Module aufgebaut haben.
Mit dem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung ist Marco Langer nun berechtigt, zielgruppenorientierte Gruppengespräche eigenständig durchzuführen – ein zentrales Instrument der Einsatznachsorge.
Engagement, das schützt
Die Teilnahmevoraussetzungen für diese Ausbildung sind bewusst anspruchsvoll: Mindestens fünf Jahre Einsatzdienst, ein Mindestalter von 25 Jahren sowie charakterliche Eignung und eine hohe persönliche Belastbarkeit sind Pflicht. Marco Langer erfüllt diese Voraussetzungen und hat sich mit seinem Engagement für die psychische Gesundheit seiner Kameradinnen und Kameraden eingesetzt – ein Dienst, der oft im Verborgenen geschieht, aber großen Wert hat.
Die Feuerwehr Stadt Petershagen gratuliert Marco Langer herzlich zum erfolgreichen Abschluss und freut sich, mit ihm einen weiteren engagierten PSU-Assistenten in den eigenen Reihen zu haben.




