Am Mittwochabend, 17. Juni 2026, führte die Feuerwehr Stadt Petershagen eine unangekündigte Alarmübung an der Weserfähre in Hävern durch. Das angenommene Szenario: Brand im Motorraum der Weserfähre mit mehreren betroffenen Personen an Bord und einer vermissten Person im Wasser.
Alarmierung und Einsatzaufbau
Die Alarmierung erfolgte um 19:21 Uhr über die Meldeempfänger der Einsatzkräfte – ohne jede Vorankündigung, um einen realen Einsatz so wirklichkeitsnah wie möglich abzubilden. Bereits um 19:30 Uhr traf der Einsatzleiter an der Einsatzstelle ein, eine Minute später rollte das erste Fahrzeug auf der Straße Richtung Anlegestelle an. Im weiteren Verlauf der Übung wurden die Einsatzkräfte in Abschnitte gegliedert und die Löschgruppe Windheim nachalarmiert. Die Übung endete um 20:33 Uhr.
Lage und Abschnitte
Von den 13 angenommenen Betroffenen an Bord der Fähre konnten sich die meisten selbstständig ans Ufer retten. Vier Personen befanden sich noch auf der Fähre, eine weitere Person galt als im Wasser vermisst. Die Einsatzstelle wurde in vier Abschnitte gegliedert: medizinische Rettung der Verletzten an Land, Brandbekämpfung auf der Fähre, Personensuche an Land sowie Wasserrettung durch Feuerwehrtaucher. Letztere retteten im Rahmen der Übung eine Puppe aus der Weser und trainierten damit die Suche unter erschwerten Bedingungen.
Da die Weserfähre zwei Anlegestellen auf den beiden Weserseiten hat, wurde die Löschgruppe Windheim nachalarmiert, um auf der gegenüberliegenden Weserseite die Personensuche zu übernehmen. Alle übrigen Löschgruppen – Buchholz-Großenheerse, Ovenstädt, Petershagen, Eldagsen, Lahde und die Feuerwehrtaucher aus Frille – waren von Beginn an im Einsatz. Insgesamt waren 77 Einsatzkräfte beteiligt.
Auswertung und Erkenntnisse
In der Nachbesprechung wurden die Abschnittsbildung und das Funkkonzept positiv bewertet. Die Übung verlief aus Sicht der Verantwortlichen insgesamt gut. Als wesentliche Erkenntnis wurde festgehalten, dass eintreffende Kräfte zunächst den Bereitstellungsraum anfahren und dort auf den Abruf abwarten sollen, bevor sie zur Einsatzstelle vorrücken. Diese Erkenntnis soll mit dem Sachgebiet Einsatzvorplanung besprochen werden und für bestimmte Bereiche im Stadtgebiet vordefinierte Bereitstellungsräume festgelegt werden, die schwer zugänglich sind oder über engere Zufahrtsstraßen verfügen.
Es war die erste Alarmübung der Feuerwehr Stadt Petershagen seit der Corona-Pandemie.























