Mit einer kleinen Feierstunde hat die Löschgruppe Neuenknick ihr umfangreich umgerüstetes Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF 20 offiziell in Dienst gestellt. Was äußerlich kaum verändert wirkt, ist im Inneren ein völlig neues Fahrzeug – dank 280 geleisteter Arbeitsstunden, kluger Planung und außergewöhnlichem Einsatz der Kameradinnen und Kameraden vor Ort.
Enormes Einsparpotenzial durch Eigenleistung
Bürgermeister Dirk Breves hob in seinem Grußwort hervor, welch bemerkenswerte Leistung die Löschgruppe Neuenknick erbracht hat: „Ohne diese Eigenleistung wäre mit dem zur Verfügung stehenden Budget von 100.000 Euro kein vergleichbares Ergebnis möglich gewesen.” Als Alternative zum Umbau wäre der Verkauf des bisherigen LF 20 und die Neubeschaffung eines HLF 20 in Frage gekommen – ein Weg, der laut Schätzungen rund 600.000 Euro mehr gekostet hätte. Breves dankte für die Bereitstellung der Mittel und der Löschgruppe für ihren unermüdlichen Einsatz: „Allzeit gute Fahrt und kommt immer gesund wieder.”
Zukunftsfähige Technik für Mensch und Einsatz
Das umgerüstete Fahrzeug ist nun mit modernster Akkutechnologie ausgestattet, die mehr Flexibilität und eine bessere Handhabbarkeit an unübersichtlichen Einsatzstellen ermöglicht. An Bord sind außerdem hydraulisches Rettungsgerät – darunter Schere und Spreizer –, ein Columbus-Navigationssystem zur gesetzeskonformen Statuserfassung gemäß §10-Ausnahmeregelung sowie eine komplett neu konzipierte Beladung.
Wehrleiter Horst Beckemeier betonte, dass der Umbau nicht nur der Löschgruppe selbst zugute kommt: „Diese Maßnahmen dienen in erster Linie der Bevölkerung.” Gerade angesichts der unfallträchtigen Lage an der B482 sei das Fahrzeug mit seinem hydraulischen Rettungsgerät ein echter Gewinn für die Sicherheit in der Region. Beckemeier dankte auch der befreundeten Feuerwehr aus Barntrup, die bei der Veranstaltung zugegen war und die gute Verbundenheit unter den Wehren unterstrich. Zugleich appellierte er an die Kameradinnen und Kameraden, bei Einsätzen – insbesondere bei Verkehrsunfällen – achtsam mit dem Gesehenen umzugehen: „Alles, was man sieht, muss auch verarbeitet werden.”
Planung und Umsetzung als Gemeinschaftsleistung
Patrick Wichmann, Leiter des zuständigen Sachgebiets, gab einen detaillierten Einblick in die Umbaumaßnahmen. Neben den 280 Arbeitsstunden der Löschgruppe floss erhebliche Planungsleistung von Andreas Buck ein. Durch gezielte Einkaufsentscheidungen und handwerkliches Geschick konnten erhebliche Kosten eingespart werden: Selbst gefertigte Fahrzeugauszüge sparten über 20.000 Euro, eine Verkehrssicherungshaspel wurde über Kleinanzeigen für 1.750 statt 6.000 Euro erworben, und ein hochwertiger Akkulüfter konnte für 6.000 statt 10.000 Euro beschafft werden.
Wichmann betonte zudem, dass die Beladung des Fahrzeugs stadtweit einheitlich ausgewählt wurde – koordiniert durch die Sachgebiete 2.1 und 2.2. So können Kameradinnen und Kameraden aller Löschgruppen reibungslos zusammenarbeiten, unabhängig davon, welches Fahrzeug im Einsatz ist.
Kein Standardmodell – aber ein Vorbild
Ähnlich wie die Tauchergruppe der Feuerwehr Petershagen, die vor einigen Jahren einen Anhänger vollständig in Eigenleistung umgebaut hat, hat auch die Löschgruppe Neuenknick bewiesen, zu welch außerordentlichen Leistungen ehrenamtliche Einsatzkräfte fähig sind. Gleichwohl machte die Wehrleitung deutlich, dass solche Projekte keine Standardlösung sein können und sollen – sie setzen besondere Fachkenntnisse und Motivation voraus und gehen weit über den eigentlichen Auftrag der Feuerwehr hinaus.
Dank an die Gemeinschaft
Löschgruppenführer Tobias Moschner begrüßte die Gäste und blickte persönlich auf das Projekt zurück: Das Fahrzeug ist seit dem 3. Juni 2015 im Dienst – äußerlich kaum verändert, innerlich jedoch vollständig erneuert. Sein besonderer Dank galt seinen Kameradinnen und Kameraden der Löschgruppe, „Meister Andi” alias Andreas Buck, Patrick Wichmann sowie der Familie Schmidt aus Neuenknick, die ihr Grundstück für die gesamte Dauer der Umbauarbeiten zu jeder Tages- und Nachtzeit zur Verfügung gestellt hat – eine Geste, die Moschner ausdrücklich als keine Selbstverständlichkeit bezeichnete.









